TV Verl geht personell geschwächt ins heutige Derby gegen verstärkte TSG Harsewinkel

Kreis Gütersloh(WB). Erstmals gehen die Verbandsliga-Handballer der TSG Harsewinkeler mit einer kleinen Favoritenrolle behaftet in das heutige Derby (Anwurf 20 Uhr) beim TV Verl. Das weiß Manuel Mühlbrandt, der genau darin die Gefahr für seine junge Mannschaft sieht. Und das weiß natürlich auch Sören Hohelüchter, der genau darin die Chance für seinen personell arg gebeutelten Kader vermutet.

»Es sind die jungen Leute, die das Harsewinkeler Spiel zum Erfolg bringen. Wir müssen versuchen, ihnen durch unsere Abwehr etwas entgegenzustellen, damit sie keine einfachen Tore erzielen. Dann fangen sie an zu grübeln. Und unsere Angriffe müssen wir so lange ausspielen, bis sie unkonzentriert werden«, verrät TVV-Trainer Sören Hohelüchter seinen Matchplan.

Den gilt es aus Sicht der Gäste zu durchkreuzen. Die beiden Asse im Ärmel dürften die gleichen sein, die der TSG bereits am vergangenen Freitag zu zwei überraschenden Auswärtspunkten beim CVJM Rödinghausen verholfen hatten: Die beiden ehemaligen Zweitligaspieler Sebastian Dreiszis uns Stefan Honerkamp wurden von Manuel Mühlbrandt aus dem Hut gezaubert. »Mal gucken, wo mein Zylinder liegt. Aber wenn sie Zeit haben, sind sie dabei«, sagt der Harsewinkeler Coach, der sich über ein gut funktionierendes Handball-Netzwerk freut: »Wenn sich zwei solch alte Weggefährten reaktivieren lassen, habe ich wohl nicht viel falsch gemacht.« Anerkennung gibt es ausgerechnet von Sören Hohelüchter: »Mit Honerkamp und Dreiszis hat das TSG-Spiel eine andere Qualität.«


Stellt sich automatisch die Frage, ob das Notizbuch des Verler Trainers nicht auch Telefonnummern von Spielern beinhaltet, die dem Turnverein aus der personellen Patsche helfen könnten. Hohelüchter dürfte diese Kontakte haben, aber noch hält der Coach an seinem Kader fest, wenngleich in dieser Woche die nächste Hiobsbotschaft hereinschneite: Das aktuellste Röntgenbild von Thilo Vogler belegt, dass der Mittelfußknochen immer noch nicht zusammengewachsen ist. Die nächste Untersuchung findet erst in zwei Monaten statt. »Das bedeutet Pause, Pause, Pause«, sagt Sören Hohelüchter, der immerhin wieder auf die zuletzt fehlenden Andre Hesse (grippaler Infekt) und Hendrik Schott (Probleme mit dem Fuß) zurückgreifen kann. Thomas Fröbel wartet nach seinem Kreuzbandriss noch auf einen OP-Termin. Leon Appelmann (Schulterbeschwerden) sowie Tim Reithage (Meniskusverletzung) können zumindest an diesem Freitag nicht aushelfen.

Die Probleme auf Harsewinkeler Seite sind hingegen deutlich kleiner. Der Verlust von Marius Pelkmann (Mittelfußbruch) wird durch Honerkamp kompensiert, die Ausfälle der Kreisläufer Kevin Brown (ausgekugelter Daumen) und Luca Aperdannier (Studium) durch Dreiszis, der zudem der 3:2:1-Abwehr Stabilität verleiht. Und wenn die TSG auf eine 6:0-Variante umstellt, steht Moritz Schneider im Innenblock. Ein weiterer Faktor dürfte TSG-Torhüter Johnny Dähne sein. »Gegen ihn brauchen wir auf jeden Fall eine bessere Quote als zuletzt gegen Sören Halstenberg«, erinnert Sören Hohelüchter an die 23:29-Niederlage bei der HSG Spradow, als der gegnerische Schlussmann zum Helden geworfen wurde.

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