Von Stefan Herzog
Gütersloh-Isselhorst (gl). Keine Überraschung nach 60 eindeutigen Handballminuten im Kreisderby der Handball-Oberliga: Unangefochten mit 38:31 (18:14) setzte sich der Favorit und Tabellensechste TV Isselhorst vor bis auf den letzten Platz besetzten Rängen der Isselhorster Sporthalle gegen den TV Verl durch, der sich als Tabellenletzter immer mehr auf den Abstieg einstellen muss.
"Ich hatte zu keinem Zeitpunkt Sorge, dass dieses Spiel nochmal kippen könnte*, fasste der siegreiche Trainer Stefan Hamsen zusammen, der mit der Leistung seiner Mannschaft allerdings nicht voll und ganz zufrieden war. „Wir haben deutliche, ungewohnte Schwächen in der Abwehr gezeigt, nachdem wir gut gestartet waren*, erläuterte Hamsen.
So war die 4:1-Führung, ermöglicht durch unnötige Ballverluste der Gaste, beim 4:3 dahin, weil die Verler immer wieder den künftigen Harsewinkeler Johannes Dorow mit hohen und zumeist mit einer Hand gefangenen Anspielen bedienten. So kam der 2,10-m-Mann auf neun Tore.
Direkt danach hatte der TVI wieder einen Lauf auf 7:3. Und das war typisch für dieses Derby: Die Isselhorster trafen entscheidend mit einfachen Tempotoren, wie durch Moritz Lünstroth oder nach Wiederanpfiff Marvin Gregor. Nur wenn die Verler die Gastgeber dauerhaft ins Sechs gegen Sechs bekamen, wurde der Rückstand geringer. Weil sie aber selbst nicht ins Kontern kamen, wurde es nur beim 21:18 (36.) und Ballbesitz nochmal knapp.
Genau wie sein Gegenüber war auch TW-Trainer Robert Voßhans mit dem Abwehrverhalten nicht zufrieden. Die Schlagwurftore durch den früheren Vereinskollegen Alexander Wiese ärgerten Voßhans, weil der nicht sattelfeste Innenblock seinem Namen keine Ehre machte und kaum einen Ball blockte.
„Nicht ohne Grund haben wir die schlechteste Abwehr der Liga", sah Voßhans auch bei allen drei eingesetzten Torhütern kein Plus gegenüber dem auf TVI-Seite gut 50 Minuten lang durchspielenden Patrick Gerloff. Dann kam auf Verler Seite noch Verletzungspech hinzu, als Mittelmann Paul Vogt, der nach 15 Minuten für den diesmal neben sich stehenden Lars Jogereit aufs Feld kam, in der 50. Minute umknickte. Die rote Karte für Raphael Voßhans nach Foul an Max Kollenberg fiel in der 54. Minute nicht mehr ins Gewicht.
„Es hätten ein paar Gegentore weniger sein können, aber insgesamt spiegeln die sieben Tore Differenz die Kräfteverhältnisse wider, war Hamsen alles in allem dann doch zufrieden, genauso wie mit der sehr fairen Atmosphäre auf dem Feld und der Tribüne.


