Handball: Das bisherige Oberliga-Schlusslicht gewinnt das so enorm wichtige Kellerduell gegen den TuS Brake und verlässt nach dem knappen 29:28-Heimerfolg den letzten Tabellenplatz. Doch Verler büßen Vorsprung fast noch ein.
Von Philipp Bülter
Verl. Bis hierher hatte er sich stets im Griff, war fokussiert, trieb sein Team lautstark an. Doch als der TuS Brake durch Jannis Meierjürgen in der letzten Aktion des Spiels den letzten Freiwurf nicht an den hochgereckten Armen in der Verler Mauer vorbei bekam, brach es aus Torben Gottsleben heraus. Mit geballten Fäusten wetzte „Torgo“ auf die Platte, herzte die Handballer des TV Verl ausgiebig und feierte mit seinem Team den ersten Saisonsieg. Doch ehe der 29:28 (17:14)-Heimerfolg in diesem Kellerduell der Oberliga 1 feststand, hatten die Verler ein hartes Stück Arbeit hinter sich bringen müssen.
Doch warum eigentlich? Denn die Hausherren hatten das Geschehen über weite Strecken der Partie kontrolliert, waren deutlich weniger fehleranfällig als bislang in dieser angesichts der bis zum späten Samstagabend von der desaströsen Bilanz von 0:16 Punkten und dem letzten Tabellenplatz geprägten bitteren Saison gewesen. Endlich.
Doch die wohltuenden Führungen des TVV in der Begegnung des Letzten gegen den Vorletzten wie etwa das 20:15 in der 35. Minute und vor allem das Tor Paul Vogts zum 29:24 (54.), der gefühlten Entscheidung des Spiels, verhinderten nicht, dass die Hausherren in den Schlussminuten Schwimmunterricht nahmen. Beachtlich, wie sich die nie aufsteckenden Braker in Überzahl ins Spiel zurück bissen und nach einer 4:0-Serie dann 56 Sekunden vor dem Ende plötzlich auf ein Tor herangerückt waren (28:29 aus Gästesicht). „Wir hätten in den letzten fünf Minuten mehrfach den Deckel draufmachen müssen. Mir war aber klar, dass sich Brake nicht grundsätzlich abschütteln lässt“, sagte Torben Gottsleben, der bekanntlich bis zum Ende der vergangenen Saison noch Coach des samstäglichen Gegners gewesen war.
Zwar zeigte diese Spielphase, dass die Verler mitnichten total gefestigt sind, gleichwohl aber gelang es dem Kellerkind, den Vorsprung durch konsequentes Zupacken in der Deckung über die Zeit zu bringen. Schon in Durchgang eins war es unter anderem über den treffsicheren Thilo Vogler (6), den fleißigen Moritz Herzog, Rechtsaußen Lukas Hartkämper und vor allem die kämpferische Haltung, die die gesamte Mannschaft verkörperte, gelungen, die Braker auf Distanz zu halten. „In der zweiten Halbzeit waren wir dann zu fahrig“, bemängelte Gottsleben. „Das Ding war maximal schmutzig, aber die Jungs brauchen Punkte, um ein wenig mehr Selbstvertrauen zu bekommen.“
In einer Jubeltraube feierte der TV Verl seinen Premieren-Sieg in der laufenden Spielzeit, der vor dem Derby beim TV Isselhorst am kommenden Freitagabend richtig gut tat. „Wir haben da nichts zu verlieren“, kündigte Gottsleben bereits an, dass die Verler auch im Duell mit einem der Top-Teams der Liga mutig aufspielen möchten. Die große Erleichterung ist nach den ersten beiden Punkten in Verl noch nicht eingetreten, doch ein Anfang ist gemacht.
TV Verl: Gerlach/Tigges – L. Hartkämper (4), Vogt (3), Fischedick (1), Leitner, Voss (1), Altenau, Herzog (4), Dorow, Erichlandwehr (1), Jogereit (5/4), Schlüter (4), Vogler (6), Zawidzki.


