Handball: Oberligist TV Isselhorst wird mit 30:21-Sieg gegen den TV Verl seiner Favoritenrolle gerecht und geht als Zweiter in die Spitzenspiele.
Von Uwe Kramme
Gütersloh. Mit einem 30:21 (15:14)-Sieg gegen den TV Verl ist der TV Isselhorst am Freitagabend seiner Favoritenrolle im Gütersloher „Südkreis“-Derby der Handball-Oberliga 1 gerecht geworden. Vor allem in der ersten Halbzeit war es aber „viel mehr Ortskampf, als uns lieb war“, räumte Sebastian Ziemba ein.
Natürlich war der Teammanager des TVI trotzdem happy. „Denn letztlich war es ein hochverdienter Sieg“, stellte er zu recht fest und freute sich schon einmal auf die Belohnung. „Mit jetzt 17:3 Zählern sind wir weiterhin Tabellenzweiter, haben in zwei Wochen ein absolutes Topspiel beim verlustpunktfreien Spitzenreiter TSG Altenhagen/Heepen II, und am 20. Dezember kommt der Tabellendritte TuS Spenge II zum Jahresabschluss.“ Bei einem wohlgefälligen Blick auf die mit mehr als 400 begeisterten Zuschauern gefüllte Tribüne in der Gütersloher Innenstadtsporthalle freute sich Ziemba auf „das nächste Highlight“.
Immer lauter hatten die Anhänger der Gastgeber in der zweiten Halbzeit ihr „Hier regiert der TVI!“ gesungen. Immer öfter wurde nach Torerfolgen der Ballermann-Hit „Der Zug hat keine Bremse“ eingespielt. Doch Stefan Hamsen schaute genauer hin. „Vielleicht ja doch. Denn wenn wir in Altenhagen oder gegen Spenge so eine katastrophale Anfangsviertelstunde hinlegen, dann wird es bitter.“ Der Coach attestierte seiner Turnerriege nur für die Aufholjagd nach dem 2:8 (10.) sowie die bis zum 27:17 (48.) herausgespielte Führung eine Tabellenplatz und Ambitionen gemäße Leistung.
Der schwache Start der Gastgeber war aber nicht nur der von Hamsen kritisierten „fehlenden Konzentration“ geschuldet. Beflügelt vom ersten Saisonsieg gegen Brake in der Woche zuvor hatte der Tabellenvorletzte TV Verl selbstbewusst begonnen. Dank der sechs Treffer des stark aufdrehenden Moritz Herzog konnten die Gäste bis zum 10:9 vorlegen. „Wenn wir immer so spielen würden, ständen wir in der Tabelle ganz wo anders.“ Sogar Trainer Torben Gottsleben staunte.
Über eine Steigerung der Deckung und von Torhüter Tobias Linke kämpften sich die Isselhorster in die Partie. Weil Mittelmann Max Kollenberg auch den Angriff in Schwung brachte, waren die Turner spätestens nach dem 15:14-Führungstreffer von Marvin Gregor mit dem Halbzeitpfiff auf dem erwarteten Siegkurs.
Nach dem Wechsel verfielen die Gäste in alte Schwächen. Sie verhaspelten sich ein ums andere Mal im Angriff und wurden ein Opfer des schnellen Isselhorster Umschaltspiels. „Was für Ballverluste“, stöhnte Gottsleben angesichts der Fehlwürfe und technischen Fehler. Hamsen registrierte dagegen zufrieden, dass sich seine Jungs aus einer von den Verlern kaum noch zu knackenden 6:0-Deckung heraus im Stile einer Spitzenmannschaft erst ab- und dann durchsetzten. „Am Ende war es klar, und ich konnte sogar noch durchwechseln“, erklärte der Coach. „Aber diese Anfangsphase, als ob bei der Besprechung keiner zugehört hätte oder sie einfach nicht zupacken wollten.“
TV Isselhorst: Linke/Gerloff – Vossen (1), Gregor (3), Reckmann (1), Lünstroth (2), Thormann, Marquardt (2), Martinez (1), Eweler, Kollenberg (7), Walhorn (5), Wiese (5/3), Schräder (1). TV Verl: Gerlach/Tigges – L. Hartkämper, Vogt (2), Fischedick, Leitner (1), Voss (1), Altenau, Herzog (7), Dorow (2), Erichlandwehr (2), Jogereit (1), Vogler (2), Zawidzki, S. Hartkämper (3).


