Handball: Oberliga-Schlusslicht TV Verl rechnet sich gegen den Spitzenreiter HB Bad Salzuflen nicht viel aus. TV Isselhorst hat beim TuS Spenge II viel vor.
Kreis Gütersloh (kra). Vor dem 20. Spieltag schauen die Oberliga-Handballer des TV Verl schon ein wenig neidisch zum TV Isselhorst. Während die Nachbarn morgen als Tabellenfünfter ganz entspannt beim TuS Spenge II versuchen, noch zwei Sahnehäufchen mehr auf die mit 22:16 Punkten eh schon gut belegte „Torte“ zu häufen, stehen sie selbst als Tabellenletzter am heutigen Samstag vor einer schier unlösbaren Aufgabe.
Zu Gast ist mit HB Bad Salzuflen nämlich ein Spitzenreiter, der nach seinem überzeugenden 31:25-Sieg in Isselhorst letzte Woche drei Punkte Vorsprung auf die Konkurrenten aus Mennighüffen sowie Altenhagen/Heepen hat und unbedingt den nächsten Schritt zum angestrebten Titelgewinn und Regionalligaaufstieg machen will.
„Mehr Außenseiter geht nicht“, findet deshalb auch Robert Voßhans. Aber, der Verler Coach lässt diesem Eingeständnis sofort eine Kampfansage folgen. „Nehmen uns die Salzufler nicht ganz ernst oder lassen sie die Zügel schleifen, werden wir da sein.“
Nach der deprimierend schwachen 23:35-Vorstellung beim Drittletzten SuS Oberaden wäre Voßhans aber wohl schon zufrieden, wenn seiner Mannschaft mit einer Leistungssteigerung die Einstimmung auf die letzten sechs Saisonspiele gelingen würde. „Denn unsere 8:30 Punkte werden nicht reichen, um im Kampf um den Klassenerhalt dank des am Ende zählenden, gewonnenen direkten Vergleichs weiterhin die Nase vor Altenbögge/Bönen zu haben“, rechnet der Coach vor. „Wir bauchen auch mal so eine schöne Überraschung wie sie den punktgleichen Altenböggern gerade erst mit dem 25:25 gegen die TSG Altenhagen-Heepen II gelungen ist.“
Während die Bielefelder in den letzten Wochen schon einige Punkte liegen gelassen haben, zieht der in diesem Kalenderjahr noch ungeschlagene Spitzenreiter unbeirrt seine Bahn. „Salzuflen hat nach Ballgewinnen das beste Umkehrspiel in der Liga und nicht nur mit Ostorp oder Anzer herausragende Einzelspieler.“ Voßhans hat seiner Truppe klar gemacht, dass nur über disziplinierte Angriffe mit wenig Ballverlusten und eine engagierte Abwehrleistung etwas gehen könnte. Immerhin, die Moral seiner Spieler sei umgebrochen. „Alle wissen, dass der vorletzte Platz reichen könnte, um in der Oberliga zu bleiben, wenn in den oberen Spielklassen alles normal weiterläuft.“
Die Isselhorster Handballer wissen indes nur zu gut, wie sich die Kollegen in Verl fühlen. „Letztes Jahr stand uns schließlich das Wasser bis zum Hals“, erinnert sich Stefan Hamsen. Heuer würde seine Truppe zwar einen viel besseren Ball spielen. „Aber um in die Spitzengruppe hineinzukommen, reicht es noch nicht ganz“, räumte der TVI-Coach nach der Abfuhr durch den Spitzenreiter ein. „Fehlende Durchschlagskraft aus der zweiten Reihe, zu viele Ballverluste im Positionsspiel und natürlich die schwache Abschlussquote“, sind für Hamsen nach der Analyse der „verdienten Niederlage gegen Salzuflen“ nicht nur die Ansatzpunkte für die Partie in Spenge, sondern gleich für die neue Saison, die ja den nächsten Schritt bringen soll.
Vor der Drittligareserve mit ihren „vielen talentierten Spielern und den erfahrenen Trainern Heiko Holtmann und Lukas Zwaka“ hat Hamsen zwar Respekt. „Aber wenn wir unsere Leistung bringen, können wir unserem Ziel, die Saison als Vierter abzuschließen, ein Stück näher kommen.“


