Verl (zog). Die beiden Saisonspiele in der Frauenhandball-Oberliga gegen die zweite Mannschaft des SC DJK Everswinkel werden beiden Mannschaften in Erinnerung bleiben. Denn sie hatten vor allem an einem sehr viel zu bieten, und das war Dramatik. Diesmal mit dem besseren Ende für den TV Verl, der sich in der Kehlbachhalle am Sonntag mit 29:28 (15:19) durchsetzte und dabei Sechs-Tore-Rückstände (7:13, 8:14, 12:18) aus dem ersten Durchgang wettmachte.
„Da waren die richtig gut und haben uns platt gemacht", sagte der Verler Trainer Matthias Foede, um darauf gleich ein großes Lob für die Moral und den Kampfgeist seiner Mannschaft anzuschließen. Der taktische Schlüssel, um die Tür zu zwei Punkten noch zu öffnen, war die Umstellung auf das Sieben gegen Sechs, also einer zusätzlichen Feldspielerin statt Torfrau im Angriff, ab der 24. Minute. Denn so gelang es den Verlerinnen, die 5:1-Deckung der Gastgeberinnen, mit der sie bis dahin große Schwierigkeiten gehabt hatten, immer näher an den Kreis zu bekommen.
Und vorne trafen die TVV-Angreiferinnen daraufhin mit guter Quote von allen Positionen. Allmählich bekam so auch die Verler Defensive mehr Zugriff. Dort wurde die frühzeitig für Ece Gencer ins Tor gewechselte Henrike Salin ein großer Rückhalt.
So schmolz der Vorsprung der Regionalligareserve nicht mal sechs Minuten nach Wiederanpfiff auf ein Tor (19:18) dahin. Doch erst beim 24:24 in der 51. Minute glichen die Verlerinnen aus, führten erstmals in der 53. Minute beim 25:26 und mussten am Ende (Stichwort Dramatik) noch richtig zittern. Denn 35 Sekunden vor dem Ende warnte Foede nach dem Anschlusstreffer des SC zum 28:29 in der Auszeit vor einem vorzeitigen Abschluss oder Ballverlust. Genau das passierte aber bei einem missglückten Kreisläuferanspiel, sodass Everswinkel vier Sekunden vor Abpfiff in Ballbesitz kam, der Wurf aber am leeren Verler Kasten vorbei segelte.
„Echt bemerkenswert, dass sich die Dramatik aus dem Hinspiel wiederholte", so Foede, der auf Nele Fortmeier sowie Tochter Marie Foede verzichten musste und einige angeschlagene Spielerinnen nur dosiert einsetzen konnte.


