Von Stefan Herzog
Verl (gl). Es war, angeführt von einem im zweiten Durchgang überragenden Jens Bechtloff, konkurrenzfähiger Oberligahandball, den das Schlusslicht TV Verl den wenigen Zuschauern auf der Verler Tribüne bot. Es war ein gut anzuschauendes Spiel, das die Gastgeber, die es erst zu drei Pluspunkten gebracht haben, dem Tabellendritten TuS Spenge Il boten. Doch erneut blieb Zählbares aus, stellte die Anzeigetafel mit 35:37 (18:20) eine Niederlage fest - die 17. im 19. Saisonspiel.
Und so gehen der Mannschaft, die am Samstag auch ohne Jens Freier und Johannes Dorow sowie Paul Vogt und Lennart Voss, dafür aber dank Philipp Eliasmöller die Qualität hatte, um zu punkten und noch eine Aufholjagd zu starten, die Spiele aus. Auf den Vorletzten TuS Brake sind es weiter nur drei Punkte Rückstand, doch bei der nicht unwahrscheinlichen Zahl von mehr als einem Absteiger ist der Rückstand auf den Drittletzten LIT III mit acht und den Viertletzten Steinhagen mit neun Punkten beträchtlich.
Gegen die mit den langjährigen Drittligaspielern Max Schüttemeyer, Sebastian Reinsch oder Philipp Holtmann, dafür aber insgesamt nur elf Spielern angereisten Gäste, bot die Mannschaft von Torben Gottsleben von Beginn an eine Leistung, die der Verler Trainer treffend mit couragiert bezeichnete. Bei 4:0-Führung nach schönen Verler Toren nahm TuS-Coach Heiko Holtmann bereits nach 5:10 Minuten die erste Auszeit. Erst 30 Sekunden später erzielten die Gäste ihren ersten Treffer, zeigten dann aber mit einem Lauf vom 12:8 zum 12:13 ihre Klasse.
Die besteht erstens aus dem Konterspiel mit den ungemein schnellen und (auch im Positionsspiel) treffsicheren Außen, aber auch aus Wurfgefahr im Rückraum. Doch die Verler hielten dagegen und glichen immer wieder aus zum 14:14, 16:16 und 18:18. Nach Wiederanpfiff lagen die Gastgeber beim 22:21 und 23:22 noch mal vorn. Doch als sich Fehler wie nicht gefangene Kreisanspiele und vergebene klare Chancen häuften, schien die Partie nach drei einfachen Gegentreffern vom 28:28 zum 28:31 gelaufen. Denkste.
Wieder glich Verl aus, wobei Bechtloff viel Verantwortung übernahm. Mit schnellen Beinen und flinken Bewegungen gewann der 39-Jährige Zweikämpfe und kam zu allein sieben Treffern im zweiten Durchgang. Als Philipp Eliasmöller in der 57. Minute zum 33:33 in Überzahl ins leere Tor traf, war wieder alles offen. Um so größer die Enttäuschung, als sich die Gäste gegen die offene Manndeckung behaupteten und Joshua Kern 54 Sekunden vor dem Ende per Kempa zum entscheidenden 34:36 getroffen hatte.


