Handball: Wie geht es weiter, wenn der Spielbetrieb wieder möglich ist? Vizepräsident Andreas Tiemann bleibt (noch) entspannt. Sollte im Dezember tatsächlich wieder gespielt werden, gibt es keinen Kaltstart

Kreis Gütersloh (kra). Der Handballspielbetrieb ist bis zum 30. November ausgesetzt. Mit dieser Entscheidung zog der Handballverband Westfalen (HVW) am vergangenen Donnerstag die Konsequenz aus der Ankündigung eines neuerlichen Lockdowns wegen der stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen durch die Politik. Die Trainer der heimischen Spitzenteams warten nun gespannt auf Ansagen, „wann und wie es danach weitergehen soll“, so Thomas Fröbel vom Verbandsligisten TV Verl.

Oder sie fragen sich: „Wie viele Tage Trainingsvorbereitung werden uns vor dem Neustart eingeräumt?“, wie Dirk Elschner vom Verler Ligarivalen TV Isselhorst. Manuel Mühlbrandt vom Oberligisten TSG Harsewinkel denkt das Problem sogar schon vom Ende her: „Wie wird der Verband die Tabellenstände werten, wenn auch diese Saison nicht durchgezogen werden kann? Noch einmal keine Absteiger, aber zusätzliche Aufsteiger neben den Staffelsiegern dank der großzügigen Wildcard-Regelung – das kann es ja wohl nicht sein.“


Andreas Tiemann gibt sich indes noch ganz entspannt. Der Vizepräsident Spieltechnik des HVW weist zum einen darauf hin, dass die bewusst mit kleineren Staffeln als üblich geplante Saison 2020/21 bis Ende Juni dauert. Zum anderen sieht der Funktionär aus Hille die Vereine besser aufgestellt als zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr, weshalb sie für den „Re-Start 2.0“ weniger Zeit brauchen würden: „Die Leute sind noch im Trainingsmodus und wissen inzwischen, wie sie sich fit halten können. Außerdem stehen die Mannschaften und die Spielzüge sind eingeübt.“ Aber natürlich sei es die Aufgabe des Verbandes, die Wiederaufnahme des Spielbetriebs zu organisieren, so Tiemann. Die Entscheidungen würden veröffentlicht sobald alles ausreichend durchdacht sei. Der HVW-Vize lässt sich deshalb auch nicht auf Spekulationen ein, ob die ausgefallenen Spieltage hinten drangehängt oder die Austragungsmodalitäten angepasst werden. „Wir werden mit den Vereinen sprechen und das dann Staffel für Staffel überprüfen.“ Für Tiemann („Es wird schwierig, aber es ist nicht unmöglich“) ist das Handballjahr 2020 deshalb auch noch nicht gelaufen. Ein Kaltstart im Dezember ohne ausreichende Vorbereitung sei allerdings ausgeschlossen.

Der Handballkreis Gütersloh hatte den von ihm verantworteten Spielbetrieb bereits einen Tag vor dem Dachverband unterbrochen. Kreisspielwart Heinz-Hermann Jerrentrup bezweifelt, dass in diesem Jahr noch einmal gespielt wird. „Die Frage ist doch, ob sich das lohnt, denn die Mannschaften müssten doch Anfang Dezember erstmal wieder ins Training kommen“, sagte der Borgholzhausener. Laut Jerrentrup werden alle ausgefallenen Spiele vom Kreis „im Block“ neu angesetzt, so dass sich die Vereine „erstmal um nichts kümmern“ müssten. „Insgesamt haben wir zwölf Möglichkeiten, Spiele neu anzusetzen.“ Sollte die jetzige Zwangspause länger dauern als bis zum 30. November oder sollte es wegen der nicht vorhersehbaren Entwicklung der Coronakrise im neuen Jahr wieder eine Unterbrechung geben, „könnten wir vielleicht auch nur eine Halbserie spielen“, so Jerrentrup.

Die Entscheidungen des Handballkreises Gütersloh gelten für die eigenen Kreisligen sowie Kreisklassen und nach Abstimmung auch für die gemeinsam mit dem Handballkreis Bielefeld-Herford organisierten Bezirksligen der Männer und Frauen sowie der Jugendklassen. Der Nachwuchs hätte am Wochenende eigentlich endlich in die Saison starten sollen.

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