Verl (wot). Lange steuerte der TV Verl am Samstagabend auf einen Sieg zu, doch dann musste sich der Handball-Verbandsligist im ersten Saisonspiel mit einem Punkt zufrieden geben. Beim SV Westerholt hieß es am Ende 28:28. „Im Endeffekt haben wir uns selbst geschlagen“, sagte Trainer Robert Voßhans und drückte damit aus, dass sich das Unentschieden ein wenig wie eine Niederlage anfühlte.

Lange Zeit machte das Team aus Voßhans’ Sicht „ein richtig gutes Spiel.“ Aus einer stabilen 6:0-Deckung heraus, hinter der ein starker Schlussmann Alexander Greitens glänzte, nutzten die Verler die Freiräume in der offensiven Deckung der Hertener zu Durchbrüchen oder Anspielen in die Tiefe, wo Kreisläufer Albert Kreismann konstant traf oder Siebenmeter zog, die er selbst sicher verwandelte. „Das hat wunderbar funktioniert, genauso, wie wir es uns vorgenommen haben“, lobte der Coach. Nach einer verdienten 15:12-Pausenführung warf seine Truppe bis zur 42. Minute mit 17:23 einen Sechs- Tore-Vorsprung heraus.



Doch plötzlich erfolgte ein Bruch im Verler Spiel. Auch die Schiedsrichter verließen ihre Linie und pfiffen anders als zuvor mehrfach Zeitspiel und Kreissperre ab. Im Gefühl des sicheren Vorsprungs vernachlässigte die Mannschaft ihr Rückzugsverhalten, fing sich Gegenstöße und lag beim 24:25 in der 52. Minute nur noch mit einem Tor vorne. „Da ging uns die Flatter“, bemerkte Robert Voßhans, der auch der hitzigen Stimmung auf der Zuschauertribüne Wirkung zuschrieb. Der Trainer schien aber wieder beruhigt, als Thilo Vogler traf, Greitens einen Siebenmeter parierte und Lars Jogereit in Unterzahl auf 24:27 erhöhte: „Alle dachten, das Ding ist durch.“

Doch mit vier Treffern hintereinander drehte der Aufsteiger SV Westerholt den Spieß um und ging erstmals seit der Anfangsphase wieder mit 28:27 in Führung. Nach dem 28:28 durch Joshua Lücking hatte der TV Verl Ballbesitz und Frederic Trapphoff traf sogar zum vermeintlichen Sieg. Mit reichlich Verspätung entschieden die Unparteiischen aber auf „Kreis“ – der Verler Jubel erbrach in stiller Enttäuschung.

Robert Voßhans versuchte das Ergebnis positiv zu nehmen: „Wir haben im ersten Saisonspiel einen Punkt geholt.“ Er freute sich zudem über die ersten Verbandsligatore der Youngster Niklas Janzen und Lennart Voss. Der Trainer schickte aber auch eine Mahnung an sein Team: „Immer wenn wir unser Konzept verlassen, geraten wir in Schwierigkeiten. Mit Harakiri funktioniert das in dieser Liga nicht.“

TV Verl: Greitens, Stroh – Griese, Kreismann (10/5), Fischedick (2), Trapphoff (3), Voss (1), Wittenstein, Schidetzky, Janzen (1), Erichlandwehr (1), Wiese (4), Lücking (1), Westerschwiensterdt, Jogereit (2), Vogler (3).

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