Von STEFAN HERZOG

Verl (gl). Nach fast einem Jahr Coronapause ist schon Außergewöhnliches nötig, um für Begeisterung zu sorgen. So wie bei der Aktion, von der die beiden Verler Handballtrainer Hendryk Jänicke und Ruben Voßhans berichten. Diese startet mit einer Anfrage über Infos zu einem künftigen Gegner und endet mit einem Videolob des Frauen-Bundestrainers Henk Groener. „Daran merkt man, dass wir alle eine Handballfamilie sind“, sagt Voßhans.

Dazwischen liegen für die A-Jugendhandballerinnen des TV Verl einige tausend Liegestütze, Situps und ähnliche Fitnessübungen, aber auch gemalte Bilder, Gesangsbeiträge und Gedichte.

Weil der Berliner TSC in der A-Jugend-Bundesliga gegen den HSV Minden-Nord spielen musste, gegen den das Verler Team in der Quali angetreten war, entwickelte sich ein Kontakt, der im März in der Anfrage der Berlinerinnen mündete, ob das weibliche A-Jugendteam an einer vom TSC initiierten „Lockdown-Olympiade“ teilnehmen würde.

Verl (gl). In vier Vorrundenspielen haben die Handball-A-Juniorinnen des TV Verl Bundesliga-Luft geschnuppert. Ein Aufstieg, der nun auch im Goldenen Buch der Stadt Verl dokumentiert ist. Bürgermeister Michael Esken hatte das Buch mit in die Dreifachhalle gebracht, als am vergangenen Samstag das Heimspiel gegen Borussia Dortmund anstand.

Und bevor die Spielerinnen aufs Feld gingen, durften sie sich gemeinsam mit ihren beiden Trainern Ruben Voßhans und Hendryk Jänicke eintragen. Das notwendige Quäntchen Glück brachte ihnen das leider nicht: Am Ende mussten sie sich mit 22:39 geschlagen geben, wurden damit Gruppenletzte und spielen nun in der Oberliga weiter. Eine tolle Erfahrung war die Stippvisite in der Bundesliga dennoch.

Zumal die Qualifikation aufgrund der Corona-Pandemie unter schwierigen Bedingungen stattfinden musste: Während des Lockdowns konnte zunächst nur virtuell trainiert werden. Nach Wiederaufnahme der „echten“ Trainingseinheiten blieben gerade noch 80 Tage bis zum ersten Spiel. Doch die Handballerinnen gaben Vollgas, absolvierten zum Teil fünf Trainingseinheiten pro Woche.

Verl (man). Für die weiblichen A-Jugend-Handballerinnen des TV Verl hat es in der Bundesliga-Vorrunde nicht zum Einzug in die Hauptrunde gereicht. Im abschließenden Vorrundenspiel unterlag das Team von Trainer Ruben Voßhans dem mehrfachen und amtierenden Deutschen A-Jugend-Meister BVB Dortmund in eigener Halle überraschend hoch mit 22:39 (12:19).

„Dortmund hatte sich durch Video-Analyse gut auf uns eingestellt. Das konnte man sehen. Wir haben angesichts des deutlichen Ergebnisses in der zweiten Halbzeit den Kopf hängen lassen. Das haben wir in den Spielen zuvor nicht gemacht. Dann wäre die Niederlage nicht so hoch ausgefallen, und wir hätten unserem Publikum ein schöneres letztes Heimspiel geboten“, erklärte Voßhans leicht verärgert.

Verl  (gl). Nach vier Vorrundenspielen ist das Kapitel Bundesliga für die A-Jugendhandballerinnen des TV Verl beendet. Für die meisten Verlerinnen werden es die ersten und letzten Auftritte auf der höchsten Spielklasse in ihrer Handballlaufbahn gewesen sein. Nichts anderes hatten Spielerinnen und Umfeld nach der umjubelten Qualifikation für die Fünfergruppe mit hochkarätigen Gegnern erwartet.

Schade nur, dass ausgerechnet das „Finale“ mit dem einzigen Heimauftritt auf höchster Ebene am Samstag im zweiten Durchgang eines Bundesligaauftritts nicht mehr würdig war. So fasste jedenfalls Hendryk Jänicke, der die Mannschaft gemeinsam mit Ruben Voßhans trainiert, das schwache Rückzugsverhalten bei der 22:39 (12:19)-Niederlage gegen den BV Borussia Dortmund zusammen.

„Im ersten Durchgang haben wir noch gut gespielt und uns viele Tormöglichkeiten herausgearbeitet. Aber dann haben wir uns überrollen lassen. Man kann gegen den BVB verlieren, aber eben nicht so“, bilanzierte Jänicke.

Doch diese letzten 30 Minuten auf höchster Ebene trüben in Verl den Stolz über das Erreichen der Bundesliga und der insgesamt guten Leistungen nicht.

Verl (gl). Auch das dritte Bundesligaspiel endete für die weibliche Handball-A-Jugend des TV Verl mit einer Niederlage. Beim 27:39 (12:22) bei der HSG Bensheim/Auerbach war vor allem die Athletik der ausschlaggebende Unterschied zwischen den beiden Teams.

„Die haben insgesamt vier Jugend-Nationalspielerinnen in ihren Reihen und trainieren teils gemeinsam mit dem Erstligateam bis zu sechsmal in der Woche. Die ziehen deshalb in den Eins-gegen-Eins-Situationen mit viel mehr Power zum Tor“, sagte TVV-Trainer Hendryk Jänicke.

Der war trotz der klaren Niederlage nicht unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, vor allem mit der Leistung im zweiten Durchgang. Der ging nämlich mit nur zwei Toren Unterschied an die Gastgeberinnen. „Da haben wir es im Angriff gut gemacht und haben auch in der Abwehr versucht, so lange zu verteidigen, bis der Pfiff kommt.“

Im letzten Vorrundenspiel am kommenden Samstag um 14 Uhr in Verl gegen den BV Borussia Dortmund freuen sich die TVV-Spielerinnen nun darüber, dass sie noch das Zünglein an der Waage im Kampf ums Weiterkommen der drei Konkurrenten Ketsch, Bensheim und Dortmund spielen.

Verl (gl). Das dritte Vorrundenspiel in der Bundesligagruppe 2 bestreitet die weibliche Handball-A-Jugend des TV Verl am kommenden Sonntag bei der HSG Bensheim/Auerbach. Erneut reist die Mannschaft von Hendryk Jänicke und Ruben Voßhans einen Tag vorher an und übernachtet wieder in Worms.

„Bensheim hat in der Vorwoche für eine echte Überraschung gesorgt, als sie die in der Vorsaison beste Mannschaft, den BV Borussia Dortmund, geschlagen haben“, erwartet Ruben Voßhans am Sonntag den stärksten Gegner und Tabellenführer der Fünfergruppe. Besonders freuen sich die Verlerinnen dabei auf ein Wiedersehen mit Jamila Tazayt. Die B-Jugendtorwartin ist zu dieser Saison vom TV Verl ins Handball-Internat nach Bensheim gewechselt und könnte einige Einsatzminuten im A-Jugendteam bekommen. Mit dem Heimspiel gegen BVB Dortmund endet das Abenteuer Bundesliga für den TV Verl am 10. Oktober.

Denn, dass die Mannschaft einen der beiden ersten Tabellenplätze erreicht und sich so für die Zwischenrunde qualifiziert, ist nach den beiden deutlichen Niederlagen der Vorwoche nahezu unmöglich.

Verl (zog). Mit zwei Niederlagen gestartet, dennoch viel mitgenommen – aber es wäre mit etwas mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, vor allem in Bezug auf die Rückraumwürfe, noch mehr möglich gewesen. So lautet die Bilanz von Trainer Ruben Voßhans nach den ersten beiden Bundesliga-Auftritten der weiblichen Handball-A-Jugend des TV Verl.

„Wir haben uns heute Möglichkeiten erspielt, und wir haben dabei gut aus dem Rückraum getroffen. Dennoch wurde der Ball zu oft noch weitergespielt, die Verantwortung abgegeben“, erläuterte Voßhans, der die Sieben gemeinsam mit Hendryk Jänicke trainiert. Weil bei der 29:35-Premiere in der höchsten Spielklasse gegen den HC Gelpe/Strombach zudem viele klare Chancen nicht genutzt wurden, war der gute Verler Start mit 3:1-, 4:2-, 6:3-, 13:10- und 14:11-Führungen beim Seitenwechsel einem 14:16-Rückstand gewichen.

Handball: Weibliche A-Jugend des TV Verl verliert ihre ersten beiden Spiele in der Bundesliga klar. Der HC Gelpe/Strombach beeindruckt am Samstag beim 35:29 -Erfolg mit seiner Treffsicherheit, die TSG Ketsch am Sonntag beim 43:27-Sieg mit ihrem Tempo

Verl (kra). Die Trainer Hendryk

Jänicke und Ruben Voßhans haben die Premiere der A-Jugend-Handballerinnen des TV Verl in der Bundesliga unter der Rubrik „Erfahrung“ abgebucht. Am Samstag verlor der Nachwuchs gegen den HC Gelpe/Strombach mit 29:35, am Sonntag gab es eine 27:43-Klatsche bei TSG Ketsch.

„Bei den Talenten des Frauen-Erstligisten hatten wir keine Chance“, telefonierte Voßhans auf der Rückreise aus Baden-Württemberg durch. Vor allem mit ihrem hohen Tempo und dem konsequenten Gegenstoßspiel hatten ihn die Gastgeberinnen imponiert. Als Achtungserfolg wertete die beiden Trainer, dass ihr Team nach dem 11:22 zur Pause im zweiten Abschnitt deutlich besser mithielt.

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